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Programm 2005

Hauptbühne

 
Freitag 5. August  
16:00 October  
17:15 Emotion Elevator  
18:30 IF  
20:00 Flyswatter  
22:00 Der Fall Böse  
   
Samstag 6. August  
10:30 Gabriel Gordon  
12:30 JaKönigJa  
     
18:00 Aeroclub  
20:00 Dr. Ring Ding & The Sharp Axe Band  
22:00 James Kakande and the boys with the toys  
     
Sonntag 7. August  
11:00 Nashi Young Cho & Soul Palace  
16:00 Geraldino & die Plomster  
17.30 Tiger Tunes  
19:30 King Kora  
21:30 Mark Gillespie & Band  
     
     
Rahmenprogramm  
Samstag Das Puppenschiff  
Sa + So Mekks Merlin  



Nebenbühne - Kinderprogramm

 
       
Samstag  
14:00 Zirkus Faxus  
16:00 Heini und der Wolf  
     
Sonntag  
14:00 Theater Rootslöffel
"Kasper und der silberne Ring"
16:00

Geraldino & die Plomster

wie immer auf der Hauptbühne
     
       
Programm Hauptbühne    
       



Presse 2005

 
Quelle: Main Echo Bericht 8.8.2005:
Regentanz im Nilkheimer Park
Tolles Musikprogramm auf dem Kommz-Festival

Aschaffenburg. Ein buntes Spektakel bot wieder einmal das diesjährige Kommz-Festival. Der Freitag begann mit der Aschaffenburger Newcomer-Band »October«, die viel musikalisches Potential besitzt. »Emotion Elevator« spielten melancholisch-melodische Rock-Songs. Jazzig und funkig ging es danach beim Aschaffenburger Quintett »IF« zu. Die Band »Flyswatter« ließ es mit Rockmusik der härteren Gangart ziemlich krachen. Die Gruppe »Der Fall Böse« brachte mit Hip Hop Beats, funkigen E-Gitarren und einem kreischenden Fender Rhodes Piano tolle Sounds, aber auch schlechtes Wetter aus dem Norden mit - die Hamburger Regenmacher spielten lockere und tanzbare Musik.

Mit dem Ende des offiziellen Bühnenprogramms wurde es, musikalisch gesehen, noch lange nicht still. Während die Sektbar mit Lounge Ambiente von den genialen Soundtüftlern PNFA und verschiedenen Videoprojektionen zum chillen einlud, ging es auf der Nebenbühne am Bierstand so richtig ab. »Back from the Grave« rockten den Bierstand mit schmetternden Songs bis tief in die Nacht. Am IG-Metall-Stand tummelten sich Besuchermassen um die Formation »Fire Wheel Sound System« zu Reggae-Beats und fetzigen Vocals.

Wer am Samstagvormittag zu den Frühaufstehern gehörte, kam in den Genuss des charismatischen Sängers und Gitarristen Gabriel Gordon. Anschließend betraten »Ja König Ja« aus Hamburg die Bühne, die einige noch verschlafen aussehende Besucher anlockten. Nachdem die ersten Sonnenstrahlen den Weg auf die Erde gefunden hatten, ließen sie - frei nach dem Motto
»Jedes Wort ein Gedicht« - einen Reigen deutschsprachiger Wort- und Sinnakrobatik los, unterlegt mit mehrstimmigem Gesang und einem brillanten Soundmix aus Marimbaphon, tiefen Synthesizerklängen und Klavier. Sängerin Ebba verzauberte die Zuhörer mit ungewöhnlichen Bildern und Geschichten.

Am Samstagabend präsentierten sich »Aeroclub« mit einem Repertoire, das von beschwingtem Brit-Pop bis zu groovigen Soul-Stücken reichte. Ein Frontman mit knallroter Gitarre und Elvis-Koteletten, die energiegeladenen Stücke und Retro-Sounds sorgten für eine super Stimmung. Dr. Ring Ding verschrieb seinem Publikum mit Dance-Hall, Reggae und Calypso-Klängen eine Medizin gegen rheumakranke Regenknochen. Der Mann mit dem bombastischen Hüftschwung erzeugte echte Sommer-Laune. Die enthusiastischen Zuhörer ließen sich vom einsetzenden Regen nicht abschrecken und tanzten weiter.

Zum Abschluss des Abends trat »James Kakande« auf; mit seiner großartigen Soulstimme und mit Grooves brachte er die Hinterteile in Bewegung. Das Spektrum reichte von jazzigen Sounds mit Walking Bass, Saxophon und Schlagzeug-Improvisationen bis zu schnellen Funk-Stücken.

Mit Joe Ginnane auf der Nebenbühne und diversen DJ's an der Sektbar klang der samstägliche Kommz-Abend noch lange nach.
dus

Quelle: Main Echo 2. Bericht 8.8.2005:
Locker-flockiges Open Air
Kommz im Park Nilkheim - Tolle Stimmung trotz Regenschauer

Aschaffenburg. Eine Woche lang waren täglich 200 Leute an der Arbeit, so lange, bis die beeindruckende Infrastruktur der kleinen Kommz-Zeltstadt im Nilkheimer Park stand. Und dann Regenschauer am Freitagabend. Fiel das Kommz deshalb ins Wasser? Mitnichten, es war wunderschön wie immer, vielleicht sogar noch ein bisschen schöner als das vorige Mal.

Das laut Programm-Flyer locker-flockig-rockige Open Air ist für manche Fans wie Weihnachten. »Die freuen sich schon das ganze Jahr drauf«, sagt eine junge Frau vom Organisationsteam. Und wie an Weihnachten wissen alle, was sie erwartet, Überraschungen inklusive.

Überrascht waren sogar die guten Geister in der Küche über den reißenden Absatz der Eigenkreation »Kommzler«. Das leckere Gericht sieht aus wie ein kleiner Döner oder ein überdimensionaler Hamburger. Wahlweise Bio-Fleisch oder Grünkern-Frikadelle auf knackigem Gemüse: Da bissen selbst die Gesundheitsbewusstesten herzhaft hinein, bis gegen Mitternacht für die Helfer die Order aus der Küche kam: »Jetzt ist Schluss mit dem Kommzler - verkauft jetzt erst mal Worscht und Leberkäs. Das muss auch weg.«

Bunte Lichter allerorten, auch das war wie Weihnachten. In der schummrig-gemütlichen Sektbar, exotisch dekoriert als »Bamboo-Bar«, aalten sich die Ruhebedürftigen auf weichen Sofas und schlürften »Kommz Sunrise« aus Sekt, Orangensaft und Himbeere oder pfirsichsüße »Erotik am Main«. Draußen übten derweil gelenkige Girls den verlockenden Hüftschwung. Sie ließen in der Dunkelheit bunte Lichter an ihren Jeans tanzen. Findige Händler boten die eigentlich für Angler gedachten Knicklichter nebst Fackeln feil.

Nostalgischer Hippie-Tand

Feilgeboten wurde wieder jede Menge nostalgischer Hippie-Tand, vom Indianer-Kopfschmuck über Traumfänger und Muschelketten bis hin zu raffiniert gehäkelten Büstiers aus den 70-ern und üppig-bunten Bildchen von indischen Göttinnen. Auch die gehäkelten Jonglierbälle durften nicht fehlen. Zu dumm nur, dass die Basarstraße wieder ein Stück kürzer geworden ist. »Früher haben wir unser Zelt einfach immer in der Reihe am Ende der Straße aufgestellt und es sofort wieder gefunden«, beschwerte sich ein junger Mann, dessen Unterkunft jetzt im gleichförmigen Kuppelmeer unterging.

Weil's immer wieder nieselte, wurden zumindest von oben die Schotten dicht gemacht mit Planen über flackernden Teelichtern. Apropos Tee: Die große Beliebtheit des Teezelts konnte schon von außen erkannt werden: am Berg von ausgezogenen Schuhen, der sich am Eingang türmte.

»Guck mal, wer da ist!« Schon wieder jemand getroffen, den man ewig nicht gesehen hat - wie lange, lässt sich an der Größe der mitgebrachten Kiddies ablesen. Dass die wieder auf ihre Kosten kamen, verstand sich von selbst. Schon am Freitag ging's rund bis in die Abendstunden mit Sandspielen, Holzbildhauen, Bilder in Bubble-Technik malen, Papier marmorieren und Bücher kleben, Zebras aus Klorollen zaubern und Frösche aus Wäscheklammern. Aus dem Material, das für Schildkappen gegen die Sonne vorbereitet worden war, ließen sich auch hervorragend Regenhüte machen.
Melanie Pollinger

Quelle: integratives Radio Bericht 8.8.2005
Selbstständig und kreativ
Integratives Jugendradio-Team interviewt Kommz-Gäste

Aschaffenburg. Über 30 Interviews haben die Radiomaker, eine Gruppe junger Leute mit und ohne Behinderung, am Freitagabend auf dem Kommz aufgenommen. Sie sprachen alle an, nach einer von ihnen selbst erarbeiteten Vorlage: Händler, hübsche Mädchen, Mitglieder des Organisationsteams, des Roten Kreuzes, Eltern mit Kindern, Jugendliche, die sie vom Mühlbergfest her kannten, und Musiker.

Radiomaker Ralf Richter, zuständig für die Technik, wirkt seit mehreren Jahren auch im Kommz-Verein mit und fühlt sich deshalb nicht fremd in der bunten Menschenmenge. »Wir wollen nicht bemitleidet oder dumm angequatscht werden, sondern dort sein, wo etwas los ist.« Sozialpädagogin Selma Mattern, die seit 1985 die Freizeitintegration im Rahmen der offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe leitet, hat diese Aussagen von Jugendlichen mit Behinderung einmal in einem Volkshochschul-Vortrag zitiert.

In der entspannten Atmosphäre des Kommz gingen exakt diese Wünsche in Erfüllung. Die Radiomaker sind nur eine von 14 Gruppen mit rund 200 Mitgliedern, für die Mattern integrative Freizeitaktivitäten organisiert, vom Kinobesuch über Tanzkurse bis zum ehrenamtlichen Küchendienst im Freitagscafé des evangelischen Jugendzentrums.

Anleitung zur Selbstständigkeit ist ein Hauptziel. Wie selbstständig und kreativ sie vorgehen, bewiesen die Radiomaker beim Kommz nun schon zum wiederholten Mal. In Kooperation mit dem Jugendradio »Klangbrett«, einem Projekt des Stadtjugendrings, haben sie schon etliche Sendungen in den Äther geschickt, unter anderem über »Juz in concert« und »Berufschancen für Jugendliche«.

Tamara Losensky mag es, unbekannte Menschen zu interviewen und Neues zu lernen. Sie ist ein Naturtalent, die Leute sprechen gern in ihr Mikro. Doch auch Robert Keller, Torsten Tirzkall und Alexander Gilberg bekommen jede Menge interessantes Material aufs Aufnahmegerät. Sie lassen sich nicht abwimmeln und schaffen es im Lauf des Abends sogar, eine der sich zunächst reserviert gebenden Bands zum Plaudern zu bringen.

Stolz erzählen Robert und Torsten, dass sie den Sprung aus den Lebenshilfewerkstätten nach draußen ins Arbeitsleben geschafft haben. Der eine ist in einem Alzenauer Kindergarten beschäftigt, der andere bei einem Aschaffenburger Getränkehändler.

Der Fachoberschüler Jonas Müller sagt, die ehrenamtliche Arbeit mit behinderten Jugendlichen sei für ihn zum Steckenpferd geworden. Er kümmert sich zusammen mit Ralf um die Technik bei den Radiomakern. Nach dem Interview-Abend gibt es jede Menge zu schneiden und aufzubereiten. Der Beitrag soll in der nächsten oder übernächsten Woche auf 91,6 Megahertz gesendet werden, und zwar zu den »Klangbrett«-Zeiten: dienstags von 20 bis 21 Uhr, mittwochs von 19 bis 20 Uhr sowie donnerstags von 19 bis 21 Uhr.
mel

Quelle: Main Echo 9.8.2005 Geraldino:
Von Kakadus und Drachen
Geraldino und das Kinderprogramm auf dem Kommz

Aschaffenburg. »Schlechtes Timing«, sagt die Kommz-Besucherin. Auf dem Weg zur Hauptbühne deutet sie auf den Eiswagen, der laut bimmelnd am Eingang des Nilkheimer Parks Position bezogen hat. Der Gelati-Verkäufer wird sich gedulden müssen, denn gerade hat die Nürnberger Kinderrock-Band »Geraldino und die Plomster« ihre Instrumente eingestöpselt, ein Magnet nicht nur für die kleinen Kommz-Besucher. Im Nu leert sich am Sonntagnachmittag der dicht umlagerte Sandspielplatz, die Kinderschlangen an den Kletterbalken lösen sich auf, und die Basteltische liegen verwaist.

Seit 13 Jahren, hat Geraldino ausgerechnet, spielt er schon auf dem Kommz. Der Musiker mit dem knallroten Hut und der immerblühenden Stoff-Sonnenblume hat sich in diesen Jahren längst zum Höhepunkt des Parkfests gemausert und von der Neben- auf die Hauptbühne gewechselt. »Mönchberg grüßt Geraldino«, haben einige kleine Fans auf ein Transparent gepinselt.

Mit seinen schmissigen Kinder-Hits von »Ferien« über »Ich wünsch mir eine Gitarre« bis zum »Kakadu« lockt der 1959 geborene Nürnberger nicht nur die Kleinen aus der Reserve. Bei »Lauf, Pferdchen lauf« werden die Eltern zu Reittieren. Und dann springt Geraldino selbst ins Publikum und animiert zum Volkstanz. Das Grimm-Märchen »Rotkäppchen« dient als Vorlage für einen Hip-Hop-Workshop: »Mittel- und Ringfinger nach unten klappen und den Arm mit einem ?Yo? im Halbkreis nach unten bewegen«, weist Geraldino seine Zuschauer an. Ein Aufbau-Kurs, denn die Grundlagen für »coole Ghetto-Kids« hatte Plomster-Saxophonist Heini Gründlich mit seiner eigenen Band bereits am Vortag beim »Sieben-Zwerge-Rap« gelegt.

Für ihre Lieder plündern Geraldino und sein Quartett alle Musikstile. Der Reggae-Kinder-Klassiker »Kleiner roter Badeschuh« und die Geschichte vom Drachen im Tierschutzverein werden in Bänkelsänger-Manier vorgetragen. Zum Umblättern der Bildergeschichten holt sich die Band Hilfe aus dem Publikum auf die Bühne. Selbst die Groteske wird nicht gescheut. Etwa wenn der Schlagzeuger sich in eine monströse »Mama« verwandelt oder die Band das Horror-Szenario vom haareschneidenden »Zopf-Schreck« entwirft. Die Band setzt den Schlusspunkt unter ein abwechslungsreiches Kinderprogramm, das von Spiel- und Bastelgelegenheiten über einen Auftritt des »Zirkus Faxus« bis zum Marionettentheater des Mainaschaffer »Puppenschiffs« im Park-Tempelchen reichte.

Und selbst die Band »Tiger-Tunes« aus Dänemark, die nach dem Abgang der Plomster mit energiereichem Power-Pop den letzten Kommz-Abend einläutet, hat sich anscheinend von den »Kindereien« Geraldinos anstecken lassen: Für ihren Auftritt dekorieren die Skandinavier die Bühne mit einem großen Comic-Tiger
ab

Quelle: Main Echo 9.8.2005 Meldung:
Kommz-Rapper: Nach Auftritt Prügel?

Aschaffenburg. Mitglieder einer Musikgruppe, die zuvor noch auf dem »Kommz« im Nilkheimer Park aufgetreten waren, sollen in der Nacht zum Sonntag vor dem Festivalgelände zwei Menschen verprügelt haben. Wie die Polizei mitteilt, sollen sie gegen 3.30 Uhr eine 26-jährige Frau und einen 40-jährigen Mann angegriffen haben. Die Frau wurde mit einer Unterkieferfraktur in die Universitätsklinik Frankfurt eingeliefert, der Mann erlitt eine Platzwunde. Die verdächtigten Rapper sollen vor der Schlägerei in einem Zelt aufgetreten sein. Die Polizei sucht Zeugen des Vorfalls. Hinweise unter 06021/857-330. red

Quelle: Main Echo 19.8. Leserbrief Carmen
¨Leserbrief. Ausgabe vom Dienstag, 9. August:
»Kommz-Rapper: Nach Auftritt Prügel?« (Bericht über eine tätliche Auseinandersetzung am Rande des Kommz-Festivals im Nilkheimer Park).

In der Meldung hieß es, dass die Täter »Mitglieder einer Musikgruppe waren, die zuvor noch auf dem Kommz im Nilkheimer Park aufgetreten waren«. Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass die Täter keine vom Kommz engagierten Künstler waren. Die Täter stehen nicht in Verbindung mit dem Freundeskreis für Kultur e.V.

Die Kommz-Gruppe distanziert sich entschieden von Gewalt. Oberstes Gebot ist für uns ein friedliches Fest und das Prinzip der Deeskalation. Der Freundeskreis für Kultur e.V. veranstaltet nun seit 31 Jahren das Kommz. Das Festival steht für Kommunikation, friedliches Feiern im schönen Nilkheimer Park, Workshops und Entspannen.

Die Liste der Künstler, die hier in den vergangenen Jahren aufgetreten sind, ist lang. Professionelle, renommierte Musiker und Gruppen aus der ganzen Welt haben hier gespielt, darunter auch einige Geheimtipps.
Carmen Heeg
Erste Vorsitzende
des Freundeskreises für Kultur e.V.
Dorfstraße 1
Johannesberg

Nach Auskunft der Polizei ist der Haupttäter identifiziert; es handelt sich um einen 44-Jährigen aus dem Landkreis Aschaffenburg. Er war Teilnehmer an einer »freien Session« in einem Zelt; also lediglich Festival-Gast, der spontan mit anderen musizierte, aber dann ausfällig wurde. red