Kommz > Chronik > Kommz 13

Programm 2013

 

FREITAG 2.8.13

Hauptbühne

   
16.00 Julian & Sarah Muldoon Songwriter+Band
17.00 The Cash Crops Popband
18.00 The Sirkus Rock Band
19.00 Okta Logue Indie
21.00 Käpt'n Peng und Das Tentakel von Delphi HipHop
23.00 Kottarashky Electrobalkanjazzswing

Römerbad:

   
16:00 Teasy Elektronisch / All Styles
18:00 DJ Kombu?se Ragga Clash
20:00 tobivstobi Rainbowbassmusic
22:00 T?mmetott & Kalkschwarz Tech-House

Sektbar:

   
20.00 Doppelgarage mit Turntables Mach den Shit lauter!
22:30 Suff Daddy (MPM/Berlin) Beat / Hip Hop Set

Bierstand:

   
  Wohnraumhelden  
     

SAMSTAG 3.8.13

Hauptbühne

   
11:00 Corti Organ Jazz, Folk, Rock
13:00 Carlos Reisch Funk
17.00 Big Man Drake Rock/Mestize/Latin Venezuela
19.00 Royal Street Orchestra World
21.00 Ceux Qui Marchent Debout Franzosen-Brass
23.00 Fiva & das Phantom Orchester HipHop

Kinderbühne

   
14.00 Clown Heini “1001 Nacht“  
16.00 Herr Müller und seine Gitarre „Lieder aus dem Schummelbuch“

Römerbad:

   
13:30 Short Story Sports Singer/Songwriter
14:30 Hannes Ziegler Singer/Songwriter
15:30 Peanut Empire Live
17:00 Junior Manga Reggae
18:30 IDC Crew (DA) Hip Hop / Funk / Soul
20:30 Chrome! Dub (DA) Bassmusic / Electronica
22:00 DEFT & Friends Drum`n`Bass

Sektbar:

   
14:00 Songwriterinnen (KAtrin Kempf, No Evidence, Lene Wood, Sophia Halmen, Sarah Muldoon)
18:00 Panther Jr. & Tim Teriyaki Deep Disco
20:00 Wohlwill Indietronic / Electro / Disco
22:00 SWEAT UK Bass/ Deep Disco House

Bierstand:

   
  Wohnraumhelden  
     

SONNTAG 4.8.13

Tempel

   
14+15:00 Das Puppenschiff Marionettentheater

Hauptbühne

   
11.00 Suspenders Project
13.00 Radio Europa Klassik/Jazz
15.45 Geraldino & Die Plomster  
17.30 Florian Zack Reggaepop Austria
19.30 Anna Katharina Klassik/Pop
21.30 KKC Orchestra Electro-Swing u. a.

Kinderbühne

   
14.00 Theater 1+1 „Glück gehabt, oder?“ Ein altes Märchen frech & frei nach Gebr. Grimm

Römerbad:

   
11:00 Zimbo - Contest Werbejingles / Limbo / Coconut Dance
13:00 Hobser & Dirk Psychedelic / Rock`n`Roll
15:00 Heat (Berlin) Rock`n`Roll
16:30 Spare Time  
18:00 Buena Electronica House

Sektbar:

   
15:00 Soki Green Songwriter-Duo
18:00 ?strooo Arthouse
20:00 T?mmetott & Kalkschwarz Deep House / Tech-House
22:00 Cosmogang Soundsystem Rap / Soul / Hits

Bierstand:

   
  Wohnraumhelden  
     

 

 

 

 


Presse 2013

(Main Echo 31.7.2013)

Hip-Hop, Jazz und roter Badeschuh
Festival: Ab Freitag wieder Kommz im Nilkheimer Park mit Musik, Workshops, Theater und Märchen
ASCHAFFENBURG. Entspannte Sommerzeit: Das Festival Kommz lockt am Wochenende mit Musik, Workshops und Theater wieder Besucher in den Nilkheimer Park. Für manche ist das Kommz wie Weihnachten und Ostern zusammen, also ein Fest, auf das man sich lange vorher freut.
Die Geschwister Julian und Sarah Muldoon eröffnen mit Band das Fest am Freitag um 16 Uhr. Im vergangenen Jahr hat Julian in der Sektbar die Zuhörer überzeugt, dieses Jahr spielt dort auch seine Schwester. Zusammen – wie auf der Hauptbühne – sind sie aber doppelt stark. The Cash Crops übernehmen um 17 Uhr mit poppigem Indie. Mit dem Acid- und Psychoblues bringt die Aschaffenburger Band The Sirkus um 18 Uhr die Musik der heutigen jungen Hippieszene in den Park. Okta Logue aus Darmstadt demonstrieren um 19 Uhr wie sich die Musik der späten Sechziger mit Pop verbinden lässt.
Käpt'n Peng und Das Tentakel von Delphi, ein Kollektiv der sieben Wortmeere, liefert um 21 Uhr Hip-Hop, untermalt von Kontrabass, Gitarre, Betonmischtrommel, Haushaltsartikeln und Geschirr. Kottarashky sorgen ab 23 Uhr dafür, dass keiner mehr still steht. Ihr Electrobalkanjazzswing ist reinste Tanzmusik, zum Teil gebastelt auf dem Laptop. Am Bierstand parken gegen Abend die Wohnraumhelden ihre wundersame Ape, die Tourbus und Bühne gleichermaßen ist.
Das Corti Organ weckt die Festivalgäste am Samstag um 11 Uhr mit Jazz, Folk, Rock und Swing-Beat. Die zehn Musiker von Carlos Reisch liefern Funk, aber auch Hip-Hop und Jazz. Um 17 Uhr unterhalten Big Man Drake aus Venezuela mit Ska, Rock und Latin und demonstriert eindrucksvoll die riesige Vielfalt an Rhythmen und Sounds des Carribean-Latino-Lebensgefühls ihrer Heimat. Das Royal Street Orchestra, bestehend aus Künstlerseelen aus dem unbefriedeten Süden Südeuropas und Wilden Westen Vorderasiens, spielen Worldmusic und haben sich ausgerechnet bei Wuppertal getroffen. Ceux Qui Marchent Debout servieren eine ordentliche Portion Funk aus Frankreich um 21 Uhr. Fiva und das Phantom Orchester garnieren um 23 Uhr Hip-Hop mit Streicherklängen und Blechbläsersätzen.

Jazz zum Frühstück
Zum Frühstück um 11 Uhr gibt es entspannten Jazz vom Paul Gehrig-Suspenders- Project. Gehrig malt mit Tönen und bedient sich auch außergewöhnlicher Instrumente wie einer Hammondorgel oder einem Fender Rhodes, also einen transportablen Klavierersatz.
Radio Europa sendet ab 13 Uhr französische Musette, Irish Folk, Balkanrhythmen, mediterrane und skandinavische Klänge und dazwischen leidenschaftliche Weisen der Roma und Sinti. Florian Zack verbindet um 17.15 Uhr heiße Ska- und Polkarhythmen mit in Mundart gesungenen Texten und Akkordeon. Das Anna Katharina Trio spielt um 19.15 Uhr Klassik und Jazz. Die Geigerin und achtfache »Jugend musiziert«-Preisträgerin Anna Katharina, Philipp Renz (Schlagzeug) und Michael Ende (Bass) spielen sich mühelos vom Irish-Folk-Vivaldi bis hin zur selbstgetexteten Ballade. Das KKC Orchestra lässt ab 21 Uhr Elektro- Musik auf Chansons treffen.
Für Kinder gibt es ein Extraprogramm: Clown Heini erzählt am Samstag ab 14 Uhr von »1001 Nacht – Heinis märchenhafte Reise«. Herr Müller präsentiert »Lieder aus dem Schummelbuch « um 16 Uhr. »Glück gehabt, oder?« heißt das Stück, das das Theater 1+1 am Sonntag um 14 Uhr frech nach den Gebrüdern Grimm erzählt.
Alte Bekannte auf dem Kommz: Um 16 Uhr rocken Geraldino und die Plomster und begeistern nicht nur die kleinen Zuhörer, sondern auch die Erwachsenen, die die Lieder schon als Kinder mitgekräht haben. Im Gepäck haben sie bestimmt den »kleinen, roten Badeschuh«.

Ein einheitliches Bändchen
Die Tageskarten hat die Kommz- Gruppe abgeschafft. Es gibt also nur noch ein einheitliches Bändchen für alle drei Tage, egal wann man das Fest besuchen möchte. Freitags kostet eine Karte (die dann auch für die restlichen Tage gilt) 20 Euro, am Samstag 15 Euro und am Sonntag 10 Euro. Seit über zehn Jahren hat die Kommz-Gruppe nach eigenen Angaben die Eintrittspreise nicht erhöht. »Aber im Einkauf sind eben viele Sachen teurer geworden«, sagt Steffen Heller aus der Gruppe. Familienbändchen kosten am Samstag für einen Erwachsenen zehn Euro (Kinder sind dann frei), am Sonntag 5 Euro pro Erwachsenen. Karten im Vorverkauf gibt es in Aschaffenburg in der Buchhandlung Diekmann, im Café Schwarzer Riese, im Gentlemen's Skateshop und in der Erlenbacher Kinopassage.

Eintrittskarte ist auch Busticket
Eine Eintrittskarte ist auch gleichzeitig das Busticket für die Fahrt in den Nilkheimer Park und wieder nach Hause. Sie gilt im VAB-Bereich, also für die KVG- und VU-Busse, für Stadtbusse sowie die Bahn und Busse im Landkreis Miltenberg, Aschaffenburg und Mainspessart. Der Park öffnet am Freitag um 10 Uhr, ab dann können Zelte aufgebaut werden, das Fest beginnt um 15 Uhr. Wie jedes Jahr gilt: keine Glasflaschen, kein harter Alkohol, keine Ghettoblaster. red

Hintergrund: Programm des Kommz
Freitag, 2. August:
16 Uhr: Julian & Sarah Muldoon & Band
17 Uhr: The Cash Crops
18 Uhr: The Sirkus
19 Uhr: Okta Logue
21 Uhr: Käpt'n Peng & Tentakel von Delphi
23 Uhr: Kottarashky
Bierstand: Wohnraumhelden

Samstag, 3. August:
11 Uhr: Corti Organ
13 Uhr: Carlos Reisch
14 Uhr: Songwriterinnen in der Sektbar
17 Uhr: Big Man Drake
19 Uhr: Royal Street Orchestra
21 Uhr: Ceux Qui Marchent Debout
23 Uhr: Fiva & Das Phantom Orchester
Bierstand: Wohnraumhelden

Sonntag, 4. August:
11 Uhr: Paul Gehrig – Suspenders-Project
13 Uhr: Radio Europa
15 Uhr: Soki Green
15.45 Uhr: Geraldino
17.15 Uhr: Florian Zack
19.15 Uhr: Anna Katharina Trio
21 Uhr: KKC Orchestra
 

(Main Echo 4.8.2013)

Musik und mehr: 39. Nilkheimer Parkfest Kommz eröffnet
ASCHAFFENBURG. Bei hochsommerlichem Wetter hat gestern Nachmittag das dreitägige Nilkheimer Parkfest Kommz begonnen. Der Freitagnachmittag auf der Hauptbühne gehörte bei der 39. Ausgabe des Festivals Bands aus der Region. Das musikalische Spektrum reichte am Eröffnungstag von ruhigem Singer/Songwriter-Folk bis zu flottem Balkanelektroswing.
Am heutigen Samstag geht es bereits um 11 Uhr auf der Hauptbühne weiter. Entdeckungen machen kann man auch auf der Konzertplattform im Römerbad und ab 14 Uhr in der Sektbar. Dort geben sich junge Songwriterinnen ein Stelldichein. Die jüngsten Kommz-Besucher kommen heute und morgen ab 14 Uhr beim Kinderprogramm auf der hinteren Parkbühne auf ihre Kosten. Außerdem gibt es wie immer einen Spiel- und Bastelbereich. Neu gestaltet haben die Veranstalter die Ticketpreise. Jeder Besucher muss ein Ticket für das ganze Festival erwerben. Das kostet am heutigen Samstag noch 15 Euro, am morgigen Sonntag zehn Euro. ab/Foto: Friedrich
 

(Main Echo 5.8.2013)

Kommz, Stadtjubiläum, Festwoche: Mainviereck in Feierlaune
ASCHAFFENBURG/OBERNBURG/LOHR. Das traumhafte Sommerwetter hat am Mainviereck am Wochenende für Feierlaune gesorgt – und für enormen Besucherandrang bei den Großveranstaltungen. So tummelten sich an die 3500 Besucher beim Kommz-Festival in Aschaffenburg-Nilkheim (unser Bild), die sich vor den Musikbühnen oder auf ihren dicht an dicht ausgebreiteten Picknickdecken niederließen.
Auch in Obernburg ging’s eng zu: Beim Mittelaltermarkt anlässlich der 700-Jahr-Feier drängten sich die Schaulustigen in der Altstadt und den Mainanlagen, um die Lagergruppen und Händler zu besuchen.
In Lohr ließen sich die Besucher der Spessart-Festwoche von den Tropen- Temperaturen nicht abschrecken: Zu dem zehntätigen, gestern beendeten Volksfest kamen über 100 000 Menschen. bin/Foto: Björn Friedrich
 

(Main Echo 5.8.2013)

Drei Tage Auszeit
Kommz: Beim 39. Nilkheimer Parkfest spielt auch das Wetter mit – Workshops, Kinderprogramm und Musik
ASCHAFFENBURG. Die Musiker der Band Ceux qui marchent debout wissen, wie man selbst Bewegungsmuffel zum Tanzen bringt. Mit Blasinstrumenten, Banjo und tragbarem Schlagzeug haben die Musiker ihren Kommz-Auftritt am Samstagabend kurzerhand von der Hauptbühne mitten ins Publikum verlegt. Dort wurde ihre mitreißende Jazz- Funk-Mixtur euphorisch bejubelt.
Indem sie die Grenzen zwischen Musikern und Publikum verschwinden lässt, entspricht die 1992 gegründete französische Gruppe dem Grundgedanken des Nilkheimer Parkfests, das in diesem Jahr zum 39. Mal über die Bühne ging. »Das Kommz ist ein Fest nicht für die Besucher, sondern mit den Besuchern«, sagt der 28-jährige Daniel Damm, der seit seiner Kindheit zur Kommz-Gruppe gehört. Die Idee eines gemeinsam gefeierten Festivals haben am Wochenende viele Gäste angenommen, indem sie spontan ihre Hilfe anboten, bestätigt Birgit Karl (52), die seit 1984 Kommz-Mitglied ist. »Die jungen Leute sind vom Gast zum Kommzler verwandelt worden.«

Märchenhafter Tanzpalast
Rund 400 ehrenamtliche Helfer, ein traumhaftes Wetter, Musik live und vom Plattenteller, eine Fülle von Workshops, ein tolles Kinderprogramm und Spiele sorgten am Wochenende für ein schönes, entspanntes Festival. Es dürften weit mehr als die von den Veranstaltern geschätzten 3500 Besucher gewesen sein, die sich auf dem Gelände tummelten. Picknickdecken dicht an dicht verwandelten die Wiesen in ein riesiges Patchwork- Mosaik. In den Kuppelzeltburgen des Campingbereichs fanden sich Jugendliche zu Gitarren-Sessions zusammen oder dösten unter den Laubbäumen. Wassercontainer und mobile Sprinkler-Trupps boten Erfrischung. Mit dem Einbruch der Dunkelheit wurde das Römerbad mit seinem Aufbau und der märchenhaft beleuchteten Kuppel zum Tanzpalast.
Chill-Zone war die Sektbar am Samstagnachmittag, wo sich Songwriterinnen ein Stelldichein gaben. Neben erfahrenen Musikerinnen wie Kathrin Kempf und Lene Wood belegten blutjunge Talente wie das Trio No Evidence und Sophia Halmen, dass es um die musikalische Zukunft in Aschaffenburg gut bestellt ist.
Bereits der Kommz-Auftakt am Freitag hatte gezeigt, dass die lokale Musiklandschaft blüht. Die Waldaschaffer Geschwister Sarah und Julian Muldoon spielten ihre poetischen Songs mit kompletter Band, was besonders bei den schnelleren Nummern klasse klang. Der psychdelische Bluesrock von The Sirkus kam so authentisch rüber, als hätte man die Musiker in flirrender Hitze von einem Trailerpark aufgelesen, und der urbane Indierock von The Cash Crops hat mit »Oaktown« sogar eine Hymne aufs heimatliche Eichenberg im Gepäck.
Die Darmstädter Musiker von Okta Logue zeigten, dass sie ihre Pink- Floyd-Lektionen gelernt haben. Mit ihren in die Weite strebenden Sounds wäre das Quartett auch in den Kommz- Eröffnungstagen Mitte der 1970-er Jahre nicht aufgefallen. Das kann man von den technisch aufgerüsteten Hip- Hop-pern wie Käpt’n Peng & das Tentakel von Delphi sowie Fiva & das Phantom Orchester nicht sagen. Auch der Südosten kam auf dem Kommz musikalisch zum Zug: Sowohl der vom Klarinettenklang geprägte elektrifizierte Balkan-Beat von Kottarashky am Freitag als auch das Royal Street Orchestra mit dominierender Solo-Geige überzeugte die Festivalbesucher.

Eigene Zeitrechnung
Drei Tage wie aus der Zeit gefallen: Das Duo Wohnraumhelden, das mit seinem Ape zum zweien Mal im Nilkheimer Park Station machte, riet seinen Zuhörern gleich, die Armbanduhren zu vergessen und sich drei Tage lang nach einer »Kommz-Zeit« zu richten. Alexander Bruchlos
Weitere Bilder vom Kommz: www.main-netz.de

Hintergrund: Nachhilfe in Kommz-Geschichte
2008 hat die Stadt Aschaffenburg den Freundeskreis für Kultur, der jedes Jahr das Kommz im Nilkheimer Park organisiert, mit dem Agenda-Preis ausgezeichnet. Ein nicht kommerzielles Festival mit Menschen jeden Alters zu feiern, beschreibt Kommz-Mitglied Daniel Damm einen Grundgedanken des Festivals. Alle arbeiten ehrenamtlich. Der Überschuss wird für wohltätige Zwecke gespendet. Jedes Jahr stößt ein neuer Jahrgang zum Nilkheimer Parkfest. Damit auch Kommz-Neulinge die Idee des Festivals verstehen, haben die Veranstalter in diesem Jahr erstmals nur Dreitagestickets verkauft, sagt Damm über die neue Staffelung.
Nachhilfe in Kommz-Geschichte gaben erstmals auch die Info-Punkte mit Plakaten der ersten Parkfeste, Zeitungsausschnitten und Infos zu den sozialen Projekten, die das Kommz unterstützt. Nachtschwärmer konnten nach Mitternacht zur Kommz-Zeitreise abheben. Auf der Leinwand an der Nebenbühne im hinteren Park-Gelände wurden Filme und Fotos aus den frühen Kommz-Jahren in Nilkheim gezeigt. (ab)
 

(Main Echo 6.8.2013)

Vivaldi zum Rocken gebracht
Kommz: Klassische Musik mit E-Bass, kranke Musiker und Wespenstiche – Der Ausklang des Nilkheimer Parkfests
ASCHAFFENBURG. Von einem solchen Publikum dürften viele Rockmusiker träumen. Mit ihren Kinderzimmer-Hits »Der kleine rote Badeschuh« und dem »Rotkäppchen Rap« haben Geraldino und die Plomster am Sonntagnachmittag auf der Hauptbühne ihr junges Publikum im Griff. Auf Kommando fliegen die Arme nach oben, und die Refrains werden aus vollem Hals mitgeschmettert.
Auf dem Campingareal des Parkgeländes herrscht am fortgeschrittenen Nachmittag Aufbruchstimmung. Festivalbesucher verstauen ihre Zelte und Schlafsäcke in Tüten, schultern ihre Rucksäcke und schleppen ihr Gepäck zu den Parkausgängen. Die Musiker des Duos »Wohnraumhelden« rollen mit ihrer bunt bemalten Ape vom Gelände. Eigentlich hätte die Klein- Band aus Hannover, die zwei Abende lang bis spät in die Nacht die Festivalgäste mit ihren urkomischen Songs auf ihrem Mini-Transporter unterhielt, noch am Abend spielen sollen. Doch für den Sänger war die Kommz- Dosis wohl zu hoch. Er ist krank.

Bilder-Versteigerung
Während Geraldino am Bühnenrand seine Tonträger, DVDs und Songbooks an die Eltern seiner jungen Fans verkauft, werden auf der Kinderbühne im hinteren Parkbereich die Gemälde versteigert, die Kommz-Gäste in den vergangenen Tagen geschaffen haben. Auch das Bild, das in diesem Jahr das Programmblatt ziert, landet unter dem Hammer. Der Erlös kommt – wie alle Überschüsse des Kommz’ – einem guten Zweck zugute.
Dann packt der Salzburger Florian Zack auf der Hauptbühne sein Akkordeon aus. Bereits der Soundcheck lässt vermuten, dass der Musiker und seine Begleiter nicht viel vom Stillsitzen halten. Die hippelige Mischung aus Ska- und Polka-Rhythmen zielt auf die unermüdlichen Kommz-Gäste. Neben eigenen Mundart-Songs hat die Band auch die Melodie von Elton Johns »I’m still Standing« ins österreichische Idiom übertragen.

Bei Schandmaul gegeigt
Rhythmusbetont bleibt es beim Trio um die Violinistin Anna Katharina. Die Geigenvirtuosin, die bereits bei Mittelalter- Bands wie Schandmaul den Bogen strich, will zeigen, dass auch klassische Musik rocken kann. Mit elektrisch verstärktem Instrument und unterstützt von Drummer Philipp Renz und Bassist Michael Ende, werden Klassik-Hits wie der 5. ungarische Tanz von Johannes Brahms, der »Sommer« und der »Winter« aus Vivaldis »Vier Jahreszeiten« in ein rockiges und funkiges Gewand gehüllt.
Ein Highlight ist das Rondo Capriccioso von Camille Saint-Saens, bei dem Bassist Michael Ende zeigt, dass er in puncto Virtuosität mit der Band-Chefin mithalten kann. Dass sich durch Barock-Musik junge Menschen in Musketiere verwandeln, zeigen die Kinder, die vor der Bühne zu einer »Sinfonia« Arcangelo Corellis die Holzstöckchen kreuzen. Ruhiger wird es, wenn Anna Katharina zur Drehleier greift. Anders als bei den Parkfestivals der vergangenen Jahre, bei denen Bands wie The Miserable Rich oder Brian Lopez für einen ruhigen Festival-Ausklang sorgten, setzten die Veranstalter dieses Mal auf Tanzbares: Als letzte Band des Festivals sorgt das französische Ensemble KKC Orchestra für einen Adrenalinschub.
Die vierköpfige Formation aus Toulouse mischt Hip-Hop mit Rockmusik und reichert das ganze mit gesampelten Chanson-Elementen, Piano-Klängen und Swinggitarrenläufen an. Mit der einbrechenden Dunkelheit wird es vor der Bühne noch einmal richtig voll. Das Quartett zieht ein Tanzpublikum an, das auch nach drei Tagen noch über ausreichende Bewegungsreserven verfügt. Dabei erzählen die Musiker, wie der Hip-Hop vor 20 Jahren in die französische Provinz kam und dort seine Spuren hinterließ.

Lob vom Roten Kreuz
Den Eindruck von einer entspannten Atmosphäre beim diesjährigen Kommz bestätigt der Mainaschaffer Rot-Kreuz- Bereichsleiter Willi Kern, der mit seinem achtköpfigen Team das Festival betreute. Kern kennt das Kommz seit Jahrzehnten. »Das Festival ist in den vergangenen 20 Jahren viel ruhiger geworden «, lobt Kern. Dennoch war er mit seinen Rot-Kreuzlern gut beschäftigt. Über 220 kleinere Einsätze verzeichnet seine Statistik für das Wochenende. Ein Großteil davon waren Wespenstiche und kleine Fußverletzungen. Obwohl beim Nilkheimer Parkfest Kommz seit Jahren Glasflaschenverbot herrscht, komme es immer wieder vor, dass sich Besucher beim Barfußgehen verletzen. Aber auch das heiße Sommerwetter setzte manchen zu, sagt Kern. Alexander Bruchlos
Siehe auch Berichte im Kulturteil. Bilder unter: www.main-netz.de
 

(Main Echo 6.8.2013)

Die Musik verbindet
Kommz-Festival: Radio Europa heben Genre- und Ländergrenzen auf – Einfach losgetanzt – Beethovens Neunte mit eigener Dynamik
ASCHAFFENBURG. Fünf Musiker. Fünf Länder. Fünf Instrumente. Radio Europa ist wohl der Inbegriff einer Mulit- Kulti-Band. Doch mit ihrem Slogan »Together in Music« formen die fünf Männer nicht nur ein Gemeinschaftsgefühl unter sich, sondern sorgen dafür, dass sich auch das Publikum in der kunterbunten Musik des Quintetts verliert.
Davon durften sich zumindest die Besucher des Kommz am Sonntagmittag überzeugen, als das Radio Europa in der prallen Mittagssonne das Strahlen begann und prompt die ersten barfüßig auf Gras tanzten.
Es ist die Atmosphäre, wie sie nur beim Aschaffenburger Kult-Festival Kommz entstehen kann. Die Musiker sitzen auf der Bühne und fudeln für einen ersten Soundcheck an ihren Instrumenten herum. Es erklingen abwechselnd Akkordeon, Violine, Gitarre, Perkussion und Kontrabass. Die ersten Menschen finden sich bei der Bühne ein und lauschen vorsichtig dem unkoordinierten Treiben. Dann spielen sie gemeinsam, damit der Tontechniker alles aufeinander abstimmen kann und es dauert nur Sekunden, da wirbeln ein paar junge Menschen vor der Bühne umher, haben die Augen geschlossen, tanzen und genießen einfach die Musik des Radio Europas.
Die Musiker sind offensichtlich verblüfft, was da gerade passiert ist. Aber so ist das auf dem Kommz: Wer so unerwartet gute Musik macht, muss damit rechnen, dass getanzt wird. Gut heißt in diesem Fall nicht nur handwerklich solide, sondern speziell, besonders und außergewöhnlich – einfach anders eben. Was die Musiker zeigen, ist das was in der Politik viel zu oft verloren geht: Die Liebe zueinander durch ein Miteinander. Das Miteinander in der Musik hat Joerg Wildmoser aus Österreich (Violine), Andreas Wiersich aus dem bayerischen Pfaffenhofen (Gitarre), Wolfgang Lell mit russischen Wurzeln (Akkordeon), Ales Bayer aus Schweden (Kontrabass) und Roland Duckarm aus Rumänien (Perkussion) zusammengebracht. Seither sorgen sie für Aufsehen und erzählen ihre ganze eigene europäische Geschichte.
So kommt es, dass der vierte und letzte Satz von Beethovens neunter Sinfonie (»Freude schöner Götterfunken «) eben nicht nur als klassisches Intermezzo interpretiert wird, sondern seine ganz eigene Dynamik entwickelt. Was mit der weltbekannten Melodie anfing, wird zur kraftvollen Funk- Hymne, wie sie auch in den Vereinigten Staaten hätte entstehen können, und endet als fröhlich dahinfließender Volkstanz, bei dem eben übers Gras gehopst wird, als gäbe es kein Morgen mehr.
Radio Europa schaffen es, dass auch zu vermeintlich untanzbaren Taktarten wie dem Siebenviertel- oder Elfachtel- Takt kräftig die Hüften geschwungen werden. Sie schaffen es ihre ungeheure musikalische Kompetenz in ein leichtes Gewand zu hüllen, so dass es auch dem größten Kulturbanausen gefallen wird. Die Grenzen von Klassik, Pop und Jazz sprengen sie dabei ebenso wie die der Län- Machen Multikulti-Musik und animieren zum Tanzen: Radio Europa. Foto: Björn Friedrich der. Ingo Krenz
 

(Main Echo 6.8.2013)

Funk im Park
Kommz-Festival: Paul Gehrig überzeugt mit seinem Suspenders-Projekt und viel Jazz
ASCHAFFENBURG. Gleich zu Beginn des letzten Kommz-Tages am Sonntag gab es zu den heißen Temperaturen auch schweißtreibende Musik. Paul Gehrig sorgte mit seinem Suspenders-Projekt dafür, dass die Festivalbesucher im Nilkheimer Park kräftig mit den Füßen tippen und mit dem Kopf wippen.
Während die meisten dabei auch ihr Frühstück genießen, bereist Paul Gehrig mit seinen Musikern Philipp Drenkard an der Trompete und Schlagzeug- Urgestein Claus Hessler die ganze Welt des Jazz, Funk und Soul. Und wie es sich für den Aschaffenburger gehört, bleiben dabei seine verstrubbelte Frisur, seine Hosenträger und sein prägender Retro-Sound mit Instrumenten wie dem Fender Rhodes und der Hammond-Orgel nicht auf der Strecke.

Lässige Harmonien
Gleich das erste Stück verrät, wohin sich dieses musikalische Mittagsstündchen entwickeln wird: Ausgefeilte Rhythmen, lässige Harmonien und prägnante Melodien. Gehrig überzeugt während seines Hammond-Solos mit Fingerfertigkeit und auch der Johannesberger Philipp Drenkard wirbelt mit seiner Trompete über die Rhythmen, die Claus Hessler am Schlagzeug als Fundament legt. Mit Hessler konnte Gehrig einen echten Hochkaräter für sein Projekt gewinnen. Der gebürtige Laufacher arbeitete bereits mit Jazz-Größen wie Randy Brecker, Ack van Rooyen, Albert Mangelsdorff und Mike Stern zusammen. Außerdem unterrichtet er an zahlreichen Hochschulen und gilt als Ikone der »open-handed« Spielweise.
Die drei beweisen nicht nur bei treibenden Nummern ihr Können, sondern überzeugen auch bei Songs wie »Spark«. Die filigrane Ballade entwickelt sich von zerbrechlichen Klängen hin zur alles verschlingenden Klangwolke, der keiner entkommt. Die Musiker trauen sich auch einfach mal Pausen wirken zu lassen und mit Löchern Spannung zu erzeugen, die mit dem Weiterführen der Melodie wieder gelöst wird. Paul Gehrig zeigt mit seinen selbst geschriebenen musikalischen Werken eine ungemeine Reife. Die Arrangements sind durchdacht, haben einen roten Faden und erinnern somit an die ganz Großen der Szene. Die Spontaneität eines James Brown lässt sich dabei ebenso erahnen wie die komplexe Musik der Brecker Brothers und die Leichtigkeit eines Chick Corea.

Alles, was das Bepop-Herz begehrt
Zwischendurch gesellen sich auch kräftig nach vorn treibende Swing- Stücke mit entsprechenden Kicks, Breaks und allem, was das Bebop-Herz begehrt. Direkt danach geht es zurück in die pulsierende Welt der New Yorker Subkultur, wo Trompeter Philipp Drenkard bei Höchstleistungen zum Randy Brecker des Nilkheimer Parks mutiert.
Neben den zahlreichen Eigenkompositionen haben die Suspenders auch Jazz-Standards wie »Night in Tunisia« im Gepäck und zollen Pat Metheny mit »Minuano« Tribut. Schade, dass dieses grandiose musikalische Dreigestirn die Bühne räumen muss, bevor sie ihr Programm beenden konnten, aber die Männer vom Radio Europa standen bereits in den Startlöchern. Aschaffenburg wird von dieser Kombo garantiert noch viel hören – dann auch bis zum Schluss. Ingo Krenz